Da wir am ersten Tag rund 500 km von Berlin nach Danzig fahren mußten und dort eine dreistündige Stadtrundfahrt mit -rundgang durch die Rechtstadt auf dem Programm stand, sollte uns das Sammeltaxi um 5:15 abholen; es stand aber schon 15 Minuten vorher da, aber der Fahrer klingelte dann doch freundlicherweise erst 5 Minuten vor der vereinbarten Zeit. Ein Ehepaar aus Teltow saß außerdem im Taxi - die Ärmsten mußten also noch früher aufstehen als wir. Der Bus sollte eine Stunde danach am Ostbahnhof abfahren; wir waren natürlich schon nach einer halben Stunde Fahrzeit dort, denn um die Zeit ist selbst in Berlin auf den Straßen nichts los. Er kam dann etwa 10 Minuten vor der angesetzten Abfahrtszeit, die Koffer der 29 Reiseteilnehmer waren rasch verstaut und es ging pünktlich los in Richtung Stettin.
Die uns vom ST schon bekannte Reiseleiterin hatte Unterlagen aus dem Internet, Kartenmaterial usw. für jeden in Klarsichtfolien zusammengestellt, so dass man sich daran schon vorab informieren konnte, was auf dem Programm stand und durch welche Orte man fahren würde.
Die Fahrt im Bus mit Nottoilette und Miniküche zum Würstchenerwärmen und Kaffekochen ging mit den nötigen Pinkelpausen bzw. Imbißstops (Würstchen für die ganze Mannschaft mußten in drei Gängen erwärmt werden) glatt von statten, bis auf die Suche nach dem Hotel in Zoppot. Weder Fahrer noch Reiseleiterin kannten den Weg. Und der Fahrer wußte auch nicht, wie er sein Navigationssystem bedienen sollte, so daß nach Karte (naja - eher nach "Gefühl" gefahren wurde). Aber wir waren trotzdem eine gute Stunde vor Beginn der Stadtrundfahrt im Hotel und konnten uns noch ein wenig ausruhen.
Der nebenberufliche Fremdenführer mit nicht gerade guten Deutschkenntnissen zeigte uns dann die "Dreistadt" wie der Zusammenschluß von Gdingen, Danzig und Zoppot heißt, vom Bus und per pedes. Wie Ihr an den Fotos sehen könnt, war das Wetter zwar trocken, aber es fehlte das Licht, um anständige Fotos zu machen.
Wir fuhren zunächst etwa eine Stunde durch Zoppot und Danzig, ehe wir nahe dem Krantor zum anderthalbstündigen Stadtrundgang hielten.
Was wir auf dem Weg durch die Rechtstadt zu sehen bekamen, das könnt Ihr hier nachlesen:
Dort gibt es auch vorab schon Fotos, bis ich meine ins Netz gestellt habe.
Das Abendessen im Hotel in Buffetform war o.k. Danach sind wir noch zum wenige Meter vom Hotel entfernten Strand von Zoppot gegangen und haben den Sonnenuntergang genossen. Zum Baden ist die Ostsee dort leider derzeit nicht geeignet, weil die Polen nach wir vor ihre Abwässer einleiten.
Wir sind dann früh ins Bett gegangen, denn am nächsten Tag mußte die Fahrtroute etwas anders ablaufen als vorgesehen, aber davon später mehr....
Das Frühstücksbuffet im Hotel Posejdon war gut und reichhaltig in der Auswahl.
Um 9 Uhr fuhr dann der Bus ab nach Lötzen, wo wir die nächsten drei Tage unser Standquartier für die Ausflüge in Masuren haben sollten. Eigentlich war der Ort Sensburg dafür vorgesehen; die Änderung wurde aber den Teilnehmern nicht mitgeteilt, die schon früh gebucht hatten. Und zwei Ehepaare hatten in Sensburg ein Treffen mit Verwandten vereinbart und waren nun natürlich nicht erfreut über die Änderung. Da aber der Weg nach Lötzen eh über Sensburg führt, konnte eine Lösung gefunden werden. Sie sollten sich in Sensburg treffen und mit dem Taxi auf Kosten des Veranstalters nach Lötzen nachkommen. Damit genügend Zeit für das Treffen bleiben sollte, meinte unsere Reiseleiterin, dass der Bus den kürzesten Weg von Danzig nach Sensburg nehmen solle und auch möglichst in einem Rutsch ohne Pause durchfahren sollte. Die kürzeste Route (222 km) führte hinter Elblag über die Landstraße 527 durch viele Ortschaften und die Straße war schmal und in einem Dorf war eine Umleitung fällig. Deshalb war die Strecke also nicht in vier Stunden zu schaffen, zumal der Fahrer weder gelernt hatte, was Objada bedeutet noch dass man auch in Polen nicht in eine (wegen Umleitung = Objada) gesperrte Straße hineinfahren sollte.
Also war doch eine Pause nötig, denn in der Nottoilette konnte man sich bei entsprechender Statur nicht bewegen. Und dem Fahrer steht nach 4 Stunden Lenkzeit auch eine Pause zu. Wir waren dann gegen 14 Uhr in Sensburg. wo zumindest einige (uns eingeschlossen) keinen Appetit auf Würstchen hatten, sondern was anderes zwischen die Zähne bekommen wollten. Dafür stand eine gute Stunde zur Verfügung, und wir machten uns frohgemut auf den Weg ins Zentrum, wo wir auf einen Bäcker und einen Fleischer hofften. Aber nichts zu finden, dafür aber ein Restaurant, das zur Einkehr lockte. Und die Verlockung war gut: ein altes Haus mit Balkendecke, wo man gutes Essen (Fischsuppe und Salat für mich) und ein gutes Bier bekam. Was B.B. gewählt hat, weiß ich nicht mehr. Zufällig kam dann noch ein weiteres Ehepaar der Reisegruppe dazu, die eigentlich in ein Lokal am See wollten, aber auch ein solches nicht finden konnten. Die bestellten neben einer Suppe ein richtiges Hauptgericht - sie hatten sicher nicht daran gedacht, dass es ja am Abend warmes Essen im Hotel geben würde und konnten auch nicht ahnen, dass es immer aus vier Gängen bestand. Wir haben die Zeit dann um fünf Minuten überzogen, aber das nahm niemand übel.
Nach Lötzen waren es dann nur noch rund 60km, und wir fanden unser Hotel auch auf Anhieb, weil der Weg gut ausgeschildert war. Es war das Hotel Tajty am gleichnamigen See, das wohl im letzten Jahr von einem politischen Schulungszentrum ähnlich den Stasianlagen in Brandenburg umgebaut worden war. Jedenfalls war es für ein ***Sterne-Haus erstaunlich gut eingerichtet im Vergleich zu den andern beiden Hotels in Zoppot/Oliva bzw. Posen. Lediglich das schmale französische Bett ließ meine Frau Arges befürchten. Aber es gab für jeden eine Decke, so dass keine Kämpfe des Nachts zu befürchten waren. Und wenn ich gestört hätte, dann war mir schon angedroht worden, dass ich auf der Schlafcouch vorliebnehmen müsse. Aber dazu kam es nicht!
Nach dem Ausräumen der Koffer habe ich mich erstmal aufs Ohr gehauen, während B.B. voller Tatendrang einen Spaziergang längs des Sees machen wollte... Sie hatte natürlich nicht mit den Mücken gerechnet, die in Masuren einem sowas verleiden können. Also war sie bald wieder zurück. Inzwischen hatte sich eine Polin im Foyer des Hotels mit ihren selbstgefertigten Decken ausgebreitet, die wirklich alle sehr schön anzusehen waren. B.B. hat einen Tischläufer auf eine der Tische im Foyer gelegt, um mich zu überreden, ihn zu kaufen. Er würde schön zu unserm Frühstücksgeschirr passen. Natürlich habe ich zugestimmt, denn das gute Stück war auch ein Schnäppchen.
Danach war dann auch bald Dinner-Zeit, wo wir erstmals die vier Gänge aufgetischt bekamen. Mineralwasser gehört in Polen ohne Berechnung stets dazu. Und Bier und Wodka sind mit einem EURO je halbem Liter bzw. 2cl so billig, dass man eigentlich zwei davon trinken müsste. Unsere Tischnachbarn (das Ehepaar, das schon in Sensburg mit uns tafelte) genehmigte sich auch je einen Wodka vor und nach dem Essen. Sie sind als Ossis der akademischen Klasse (er Prof. der Kunstgeschichte, sie Archtektin) dies auch durch Reisen in den Ostblock gewohnt. Und sie fahren auch regelmäßig zur Kur nach Tschechien, in die Slowakei oder nach Ungarn. Sie haben uns eine Kur in Franzensbad ans Herz gelegt.
Heute habe ich zufällig eine Seite im Netz gefunden, wo ein etwa fünfzig Jahre altes Paar (1997) von ihrer Masurenreise in die alte Heimatstadt Lötzen ausführlich berichtet. Sie haben zwar auch wie unsere Jeanny die ganze Welt bereist, aber das ist jetzt nicht so wichtig. Hier der Link:
weder B.B. noch ich haben ihn gestreichelt. Uns wurde allerdings von der Stadtführerin erzählt, dass die Frösche eine Plage für Thorn waren und sie durch einen Musikanten, der in der Mitte des Brunnens steht, ähnlich wie beim Rattenfänger von Hameln durch das Musikspiel angelockt wurden, um sie dann leicht zu töten.
Der dritte Tag war vom Wetter her durchwachsen, aber er begann wie alle Tage mit einem guten Frühstück. Damit gleichen die Polen so manche Macken aus, die man an die Zimmerqualität eines 3-Sterne-Hotels stellt. Ich habe ja schon geschrieben, dass es Eier in allen Varianten gab. Dazu bestimmt sechs Sorten Wurst und Schinken und ebensoviele Sorten Käse. Dafür erstaunlich wenig Auswahl an Konfitüre. Und auch Obst zum Müsli gab es im Hotel Tajty nicht, obwohl das Kilo Erdbeeren auf dem Markt für einen EURO zu haben war. Zu bemängeln waren lediglich die pappigen Brötchen, aber das Scheibenbrot war o.k.
Um 9 fuhr der Bus dann zuum Kloster und der Barockkirche Heiligelinde bei Rastenburg ab, wo wir im Regen ankamen und schnell vom Busparkplatz in die Kirche liefen. Dort erwartete uns eine Erklärung der Kirche durch einen Jesuitenpater, ehe ein weitere Pater ein viertelstündiges Orgelkonzert zu Gehör brachte. Die Orgel hat etwas von den holländischen Drehorgeln, wo sich Figuren wie z.B. Engel mit Posaune bewegen. Der Pater spielte nicht nur Kirchenmusik, sondern auch "weltlische" Musik (nur fragt mich nicht, was wir hörten: ich habe es leider vergessen).
Weiter ging es dann zu Hitlers Wolfsschanze: ein sog. Muss jeder Masurenrundfahrt. Meinetwegen hätte man mir die Besichtigung der etwa 20 Bunkerreste sparen können. Auch wenn der Fremdenführer als Experte (er hat etliche Bücher über die Wolfsschanze geschrieben) sehr viel wußte. Ursprünglich standen auf dem Gelände nur Holzbaracken, weil Hitler meinte, die Russen in sechs Wochen besiegen zu können. Erst später wurden diese Holzbaracken durch 8 bis 10m dicke Wände und Decken gesichert. Als Erinnerung an den Besuch bleiben mir die schrecklichen Mücken im Gedächtnis, unter denen auch Hitler und sein Stab gelitten haben sollen. Er soll sogar gemeckert haben, dass das Gelände wohl das billigste in Masuren sei, wo er sein Hauptquartier für schließlich 800 Tage hatte.
Schon der Rundgang durch die Wolfsschanze war nicht mehr von Regen begleitet und auch der restliche Tag bileb regenfrei. Wir fuhren zunächst in eine Försterei, wo wir gute Krakauer Würste über dem offenen Feuer aufgespießt auf Holzspieße gebraten haben. Dazu gab es Fassbier und einen Bärenfang (wer wollte). Und der Förster verkaufte eingelgte Pfifferlinge und Steinpilze; wir haben letztere genommen. Er zeigte uns dann noch, welche Tiere in seinem Revier leben und gejagt werden.
Gegen 16 Uhr kamen wir dann wieder im Hotel an und um 18 Uhr wartete im Lötzener Hafen ein Dampfer für eine einstündige Fahrt auf dem Löwenthinsee mit warmen Abendessen. Diesmal nur drei Gänge. Auf der Fahrt zum Hafen zeigte uns Hannah noch einige Bauten ihrer Heimatstadt und wir erfuhren, dass sie ein Jahr in Frankfurt/M gearbeitet und in Bad Kreuznach gewohnt hatte, dann aber trotz 35% Arbeitslosenrate in Masuren wieder in ihre Heimat zurückgegangen ist.
Zum Schluss noch ein Bild vom Stock-Würstchen-Grillen (auch wenn es nicht beim Förster, sondern später auf einer Fahrt mit der Schmalspurbahn von Rosi aufgenommen worden ist)
Wer B.B. noch nicht kennt: sie steht im blauen Anorak neben mir.
Und da das Bild mit dem Dampfer auf dem Löwenthinsee nicht von unserer Reise stammt, hier noch ein Bild von B.B. und mir in Erwartung, was auf den Teller kommen wird....
erkläre ich Dir, was Bärenfang ist. Die Polen sagen auch Bärenwodka dazu, denn die wesentlichen Bestandteile sind Wodka und Bienenhonig. Wenn Du auch noch wissen willst, wie der Likör schmeckt: vorne süß und hinten kratzt er. Aber der beim Förster war doch von der Sorte, wo der Honig gewonnen hat.
Hier ein Rezept, wie man Bärenfang selbst herstellen kann:
Das Programm des vierten Tages war eigentlich für den fünften geplant. Also, Frühstück um 8:15: Brötchen und Joghurt waren schon weg. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben
Um 9 Uhr fuhr die Mannschaft pünktlich ab vorbei an einigen der dreitausend masurischen Seen, die alle durch Kanäle zu einem Wassersportparadies vor allem für Segler verbunden sind. Wir fuhren durch viele kleine Dörfer, wo mindestens ein Storchennest auf Kamin bzw. Strommast zu sehen war. Und entweder ein Storch fütterte seine Jungen oder wir sahen einen auf der Wiese stehen.
Die Storchennester haben manchmal einen Durchmesser von 2 Metern und werden ebenso hoch. Sie wiegen dann 200 kg, die das Storchenpaar im Laufe seiner etwa sechs Lebensjahre zusammen tragen mußten. Und dann das Futter in den ersten Tagen für die Jungen, die in den ersten 10 Tagen sich das 10fache ihres Geburtsgewichts anfuttern lassen. Beim ersten Zug nach Süden (die masurischen Störche überwintern im Sudan) kommen 25% der Junggeborenen um.
Es war ein kalter Tag und beim ersten Halt an einem See fegte nicht nur der Wind uns um die Ohren, sondern das Wasser zeigte auch kleine Wellen. Weiter ging es dann nach Kruttinnen an der Kruttina, wo wir zunächst eine einstündige Stakerfahrt unternahmen. Dann gab es im Fischrestaurant gebratenes Zanderfiltet, ehe wir auf dem kleinen Markt unsere Bunzlauer Keramik-Erinnerungen erstanden.
Beim Einstieg in den Bus begann es langsam zu regnen. Die Fahrt ging weiter zum Ernst-Wiechert-Haus in Kleinort , wo eine Försterei gleichzeitig das Wiechert-Museum beherbergt.
Letzte Etappe war dann Nikolaiken , wo es vom Himmel schüttete, so dass nur die ganz Hartgesottenen wie B.B. den Bus verließen, um sich im Ort umzuschauen. Denn schließlich liegt auf dem Markt seit Jahren ein Fisch an der Kette.
Das Programm für den 5. Tag mußte total umgeschmissen werden: statt schon am Vormaittag nach Lyck(Elk) zu fahren, um dort eine zweistündige Fahrt mit der Schmalspurbahn mit Picknick unterwegs zu unternehmen, konnte diese Fahrt erst um 15 Uhr in Lyck beginnen.
Da das Picknick aus dem polnischen Nationalgericht Bigos und zusätzlichen gebratenen Würstchen mit Brot und gemischtem Salat schon eine magenfüllende Angelegenheit waren, regte Rosi an, auf das Abendessen im Hotel zu verzichten und dafür ein Lunchpaket zu ordern. Man mußte aber diesem Vorschlag nicht folgen - und Ihr könnt Euch sicher vorstellen, wer sich nicht daran beteiligte. Aber wir waren nicht die Einzigen; am Abend saßen sechs Personen am liebevoll gedeckten Tisch und aßen Fisch (Seelachs) als Hauptgericht. Höhepunkt war ein Bratapfel mit Vanille soße. Aber mit so einer vollen Plauze bin ich selten zu Bett gegangen, denn zwischen dem Picknick und dem Abendessen lagen mal gerade zwei Stunden. Nicht mal einen Wodka habe ich mehr getrunken - der war schon beim Picknick fällig.
Der Markt in Lötzen bot überwiegend Obst, Gemüse und Kleidung. Auch ein Bäcker war da, aber kein Fleischer. Anstelle des Lunchpakets mit pappigen Brötchen, Hühnerbein und Apfel haben wir knackige (gewaschene) Radieschen, Tomaten und Erdbeeren eingekauft. Dazu knusprige Körnerbrötchen und für mich beim Fleischer in einer angrenzenden Straße eine dünne, lange Cabanossi. Und für B.B. beim Bäcker noch eine süße Schnecke, die sie dann aber bis zum nächsten Tag nicht verzehrte, weil andere Mitreisende für uns noch Hörnchen besorgt hatten.
Auf der Fahrt nach Lyck haben wir dann noch das Philiponenkloster der Altgläubigen besucht. Das waren russische Christen, die bei der Reformation der orthodoxen Kirche der Verfolgung entgehen wollten und nach Polen auswanderten. Ihr findet Bilder von Kirche und Ikonen in meiner Bildergalerie und auf Rosis Urlaubsseiten. Inzwischen hat B.B. auch ihre Papierbilder zurückbekommen, von denen ich vielleicht einige einscannen werde, die meine Fotos ergänzen.
In Lyck wartete schon die Bahn auf uns als einzige Fahrgäste. Wir hatten einen Akkordeonspieler dabei, der uns mit ostpreußischen und deutschen Liedern unterhielt. Und zum Mitsingen lud uns unsere polnische Reiseleiterin Hannah ein, die in den drei Tagen uns einige Lieder beibrachte (mir als Brummbär natürlich nicht). Auf dem offenen Aussichtswagen wehte ein ganz schöner Fahrtwind, so dass ich mir den Anorak bis zum Hals zumachte. Eine Kapuze hatte ich leider nicht, wie B.B. und andere Frauen. Natürlich hätte ich auch im geschlossenen Wagen verschwinden können, aber das wäre ja nur das halbe Vergnügen gewesen. Auf der Fahrt konnte man sich wirklich nicht aus dem Fenster lehnen; teilweise schlugen einem schon so die Zweige der Büsche an den Gleisen um die Ohren. Nach einer guten Stunde Fahrt stiegen wir auf freier Strecke aus, um einen kurzen Abstecher an einen See zu machen, währen der Zug zum Fahrtrichtungswechsel der Lok weiterfuhr. Dann ging es wieder zurück bis zum Picknick-Halt. Was wir dort zu essen bekamen, habe ich ja schon geschildert, bis auf den Abschluß: Kaffee (normales Kaffemehl im Plastibecher überbrüht) und einen "Berliner". Damit hatten die wenigsten gerechnet. Und viele haben auch den Berliner in Häppchen geteilt und am Zaun hungrig wartenden Kindern weitergereicht, die schon beim Ausstieg um "money" bettelten. Manche hatten noch vom Lunchpaket Schokoriegel, die sie ebenfalls weiterreichten.
Nach dem einstündigen Picknick ging es dann zurück nach Lyck und weiter ohne Halt zum Hotel, wo auf die "Verfressenen" das Abendmenue wartete. Und dann ging es früh schlafen, denn für den nächsten Tag war Frühstück um sieben und Abfahrt um acht angesagt, da 400 km auf dem Weg über Thorn mit Stadtbesichtigung um 13 Uhr 30 nach Posen auf dem Programm standen.
Am 6. Tag begann die Rückreise um 8 Uhr nach Berlin. Es sollte ein sonniger Tag werden: gerade richtig wenn man abreist. Also wurden noch rasch ein paar Fotos vom Hotel gemacht, die Koffer verstaut und los ging es. In Thorn kamen wir mit etwa 20 Minuten Verspätung an, aber das war der Stadtführerin nur recht, die mit der Vorgängergruppe auch im Zeitverzug war. Der Parkplatz war voller Busse, aber in der Stadt waren dann doch nicht soviele Touristen zu sehen.
Hier findet Ihr das Wesentliche zu Thorn und auch Bilder der Stadt als Ergänzung zu meinen Fotos.
B.B. und ich haben uns vor dem Rathauskeller in der Sonne nach einen Saft und ein Bier gegönnt, während die andern zum Bus zogen. Wie haben uns dann mit einer Fahrradrikscha auf ziemlich abenteuerlicher Fahrt zum Busparkplatz fahren lassen, wozu ich B.B. erst mit vielen Worten überreden mußte.
Bei der Weiterfahrt nach Posen sind wir erstmal in die falsche Richtung gefahren - und in Posen selbst begann dann eine kleine Irrfahrt auf der Suche nach dem Hotel. Die Straßen sind nämlich schlecht ausgeschildert. Etwa 30 Minuten sind wir umhergefahren, ehe wir endlich an einer Tankstelle anch dem Weg fragten. Da war es dann auch nur noch um die Ecke
Die Zimmereinrichtung der ORBIS-Hotels mit Spielcasino war unter aller Sau. Die letzte Renovierung lag bestimmt 20 Jahre zurück. Aber Abendessen und das Frühstück am nächsten Tag waren gut. Offenbar braucht die Messestadt Posen kein vernünftiges großes Hotel für die Messsebesucher.
Zunächst sahen wir uns mit dem Bus einige Sehenswürdigekeiten von Posen (Oper und Schloß) an, ehe es zum Stadtrundgang per pedes ging. Hier wieder ein Link für Info und Fotos dieser Messestadt an der Warthe: http://www.reise-nach-ostpreussen.de/Posen/Posen.html
Auf der Rückfahrt nach Berlin über den Autobahn-Grenzübergang Frankfort/Oder sollte eigentlich noch einmal Halt auf einem "Polenmarkt" gemacht werden, um die letzten Zloty in Zigaretten, Wodka usw. umzusetzen, aber der Fahrer konnte ihn nicht finden, obwohl er noch vor 14 Tagen einen gesehen haben wollte. So waren wir aber bald gegen 16 Uhr am Ostbahnhof in Berlin, wo auch schon die Taxen zur Heimfaht warteten. Eine halbe Stunde später kamen wir vor der Haustür an, obwohl der Fahrer auch nicht die kürzeste Strecke nahm und ich nicht aufgepaßt hatte, da wir uns mit dem Ehepaar aus Teltow hinter uns unterhielten.
Resumee: So wie auch Rosi als Reiseführerin schreibt, hätte einiges organisatorisch besser ablaufen können. Und zwei Tage mehr in Masuren selbst wären auch schön gewesen, denn bei solch gedrängtem Programm schlaucht eine Bus-Rundreise doch sehr. Mein Gesamturteil also: gut bis befriedigend. Da wir nun einen Vorgeschmack gewonnen haben, werden wir vielleicht auf eigene Faust mal eine Radtour dort machen. Aber wir haben so viele Pläne....